Tamás Kaszás, David Rabinowitch

 

Constructions

29. November 2014 – 16. Januar 2015

 

Eröffnung

Freitag, 28. November 18 – 21 Uhr

 

Die Galerie Albrecht freut sich, mit der Ausstellung Tamas Kaszas, David Rabinowitch „Constructions“ zwei weltweit bekannte Künstler in Berlin vorstellen zu können.

Ausgehend von dem von Wladimir Tatlin 1917 entworfenen "Monument der Dritten Internationale 010", dem sogenannten Tatlin Turm, baut Tamas Kaszas in der Galerie seine Utopie eines besseren Lebens. Tatlins Turm entstand nach der russischen Oktoberrevolution und steht für den Aufbruch in ein neues Zeitalter. Er soll das Sinnbild für eine neue Gesellschaft sein. Niemals verwirklicht, nur 1919 als Modell gebaut, aber auch das ist verschollen, sollte der Turm 400 Meter hoch sein, eine Konstruktion aus Eisen, Glas und Stahl. Hohe Türme verkörpern wirtschaftliche Macht und Streben nach Wachstum, sie sind Sinnbilder des Kapitalismus. Kaszas Tamas jedoch verfolgt die Utopie eines Lebens jenseits des Kapitalismus und erforscht die Wege, die dahin führen können. Eine wichtige Quelle sind Überlieferungen der Völker, in denen für das Überleben hilfreiche Kenntnisse weitergegeben werden. Die Kenntnis, wie man Nahrung haltbar macht, wie sich nur mit Hilfe der Sonne Feuer entzünden lässt, welche Pflanzen essbar sind und welche Wirkung sie haben. Das alles will er noch einmal neu erfahren und begreifen. Der von ihm in der Galerie aufgebaute "Shanty Tower" ist ein Turm mit Verzweigungen, auf den Zweigen haben sich Hütten und Häuser niedergelassen, gebaut aus einfachem Material, nicht perfekt und kühl, aber lebensfähig. Wenn die Wolkenkratzer zusammenbrechen, kann sich der Mensch immer noch ein Haus bauen.

David Rabinowitch verfolgt in seiner Arbeit andere Ziele, erforscht jedoch ebenfalls elementare menschliche Fähigkeiten. 1972-75 entstand die Serie von Zeichnungen, die er "Construction of Vision - die Konstruktion des Sehens" betitelt. Es sind auf das Elementarste reduzierte Zeichnungen. Linie und die Kreisform werden so auf dem Papier angeordnet, dass sie einen Raum umschreiben, den der Betrachter jedoch im Sehen konstruieren, sich vorstellen muss. Sehen ist auch Erkennen und Erschaffen, im Betrachten der Zeichnungen lässt sich das erfahren. 3 dieser Arbeiten sind in der Ausstellung zu sehen.

Tamas Kaszas wurde 1976 in Dunaujvaros, Ungarn geboren, er lebt und arbeitet bei Budapest. Seit dem Jahr 2000 stellt er in zahlreichen Galerie- und Museums-ausstellungen weltweit aus, 2011 nahm er an der 12. Biennale in Istanbul teil, in diesem Jahr an der 19. Biennale von Sidney.

David Rabinowitch wurde 1943 in Toronto, Kanada geboren, er lebt und arbeitet in New York. Er hatte Galerie- und Museumsausstellungen in Kanada, den USA, Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Österreich, Polen und Tschechien.1984 wurde er Professor für Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf,1987 nahm er an der Documenta 8 teil.

 

Galerie Albrecht is pleased to present two internationally renowned artists in Berlin: the exhibition ‘Constructions’ features works by Tamas Kaszas and David Rabinowitch.

Taking Vladimir Tatlin’s ‘Monument to the Third International 010’ (designed in 1917), the so-called Tatlin’s Tower, as his point of departure, Tamas Kaszas built in the gallery his utopia of a better life. Tatlin’s Tower was designed after the Russian October Revolution and stands for the departure into a new age. It was intended as a symbol of a new society. Never actually realised and built in 1919 only as a model, which is lost, the tower was planned to reach 400 metres, a construction of iron, steel, and glass. High towers embody economic power and a striving for growth, they are emblems of capitalism. Kaszas Tamas, however, is pursuing the utopia of a life beyond capitalism, and he explores paths that might lead there. One important source are the traditions and records of peoples that transmit knowledge that will be helpful for survival. How to preserve food, how to ignite fire with the aid of the sun, which plants are edible, and what effect they have. All this he wants to know and grasp anew. The Shanty Tower which he built in the gallery, is a tower with branches and ramifications, and on the branches, huts and houses have settled, built out of simple materials – not perfect or cool, but viable. When the skyscrapers collapse, people can still build houses.

David Rabinowitch persues different goals, but he also explores elementary human skills. The series entitled Construction of Vision (1972-75) consists of drawings that are reduced to the most elementary level. Lines and circles are arranged on the paper in such a way that they describe a space which the beholder must construct and imagine as he views the works. Seeing is also recognising and creating: this can be experienced concretely in looking at these drawings. Three works from this series are shown in this exhibition.

Tamas Kaszas was born in 1976 in Dunaujvaros, Hungary; he lives and works near Budapest. He has been exhibiting throughout the world in numerous gallery and museum exhibitions. In 2011 he participated in the 12th Istanbul Biennial, and this year in the 19th Biennale of Sidney.

David Rabinowitch was born in 1943 in Toronto, Canada; he now lives and works in New York. He has exhibited his works in gallery and museum shows in Canada, Germany, Switzerland, the US, Pland, and the Czech Republic. In 1984, he was appointed as professor for sculpture at the Kunstakademie Düsseldorf, and in 1987 he participated in Documenta 8.