wir hängen Neues von

Eric Cruikshank
Franziska Fennert
Jus Juchtmans

11. Feburar – 10. März 2012


view exhibition

Die Galerie Albrecht hängt Neues von drei Künstlern aus ihrem Programm und sie freut sich, die Ausstellung ankündigen zu können . Eric Cruikshank, Franziska Fennert und Jus Juchtmans zeigen Stetigkeit in ihrer Arbeit und trotzen damit schon den turbulenten Zeiten.

Franzsika Fennert (geb. 1984 Rostock) hat sich trotz des bei Prof. Ralf Kerbach als Meisterschülerin abgeschlossenen Studiums an der Hochschule für Bildende Künste Dresden eine sehr ursprüngliche Sprache bewahrt. Die Bilder erzählen kraftvoll, fast kindlich. Tagträume und Märchenwelten vermischen sich mit der Realität des Alltags, Elemente aus fernen Kulturen verfremden und betonen das Wesentliche, das nicht die Beschreibung der Realität, sondern des inneren Erlebens zum Ziel hat. Russisches verbindet sich mit Chinesischem und Indonesischem. Engel, Fabelwesen und auch Astronauten als außerirdische Boten bringen Nachrichten und kommentieren das Geschehen. Die Bilder führen uns in heitere, skurrile, fantasievolle Welten.

Auf den ersten Blick haben die Bilder von Eric Cruikschank (geb. 1975 Inverness, Schottland) mit Franziska Fennert wenig zu tun. Es wäre auch schwer, sie beide unter einen Oberbegriff zu fassen. Expressives und Figuratives da, Stille und Monochromie hier, malerische Verve da, große malerische  Sorgfalt hier. Gemeinsam ist beiden das Erzählen und gemeinsam ist ihnen auch die Verbindung von Realem und Mythologischem. Er aber erzählt Vergangenes, seine Bilder halten Erinnerungen fest. In den schottischen Highlands geboren und aufgewachsen begegnen ihm keltische Mythen und die schottische Sagenwelt auf Schritt und Tritt. Er sieht, dass bereits in einem einfachen geometrischen Zeichen eine geheimnisvolle Welt verborgen liegt und als Kind spürt er die Gegenwart des Vergangenen, wenn er  vom elterlichen Bauernhof aus in die Highlands schaut. Seine Bilder fangen das ein. Alles, was wir sehen hat Geschichte, die ihre sichtbaren und nur ahnbaren Spuren hinterlässt. In seinen Arbeiten ist etwas hinter der Oberfläche verborgen, eine Bleistiftzeichnung hinter einer darüber gelegten Transparentfolie, in den Bildern wird der monochrome Farbauftrag zur Mitte hin transparent und lässt ein verborgenes Zeichen erkennen, einen Kreis, ein gleichschenkliges Kreuz, ein Quadrat ....

Jus Juchtmans (geb. 1952 Mortsel, Belgien) ist der Älteste und seine Arbeit verfolgt ganz andere Ziele als die der beiden Jüngeren. Eine oberflächliche Verbindung besteht zu Eric Cruikshank, die Bilder sind im weitesten Sinne monochrom. Sie erzählen nicht und haben nichts mit Mythologie zu tun, sie wollen kein Geheimnis, keine Geschichte, sondern hier und jetzt völlig erkennbar sein. Viele Schichten hochglänzender, transparenter Farben lassen auf der flachen Leinwand einen Farbraum entstehen. An den Bildrändern fliessen sie herunter und trocknen in dicken Tropfen. Wenn nicht auf der Oberfläche, so lässt sich da der Farbaufbau ablesen. Trotz allem Bemühen, banal und nicht sakral zu sein, entsteht doch ein über Farbe und Schichtung hinausgehender magischer Raum. Die hochglänzende Oberfläche,  die verhindern soll, dass der Betrachter in die Tiefe geht, führt dazu, dass er sich selbst im Bild wiederfindet. Er spiegelt sich darin und muss seine betrachtende Distanz verlassen. Nicht kritisch und nicht träumerisch versonnen, sondern aktiv nimmt er nun teil.


Galerie Albrecht is showing new works by three artists from its programme and is pleased to announce this new exhibition. Eric Cruikshank, Franziska Fennert, and Jus Juchtmans all show continuity in their work, and by doing so defy these turbulent times.

Franziska Fennert (born in 1984 in Rostock), who graduated as Ralf Kerbach’s Meisterschülerin at the Hochschule für Bildende Künste Dresden, has maintained a very original and natural visual vocabulary. Her paintings speak powerfully, almost in a child-like way. Daydreams and fairytale worlds merge with everyday reality, elements of far-away cultures both alienate and emphasise what is important. The goal is not so much to describe reality but inner experience. Russian elements mix with Chinese and Indonesian ones. Angles, mythical creatures, and even astronauts as extra-terrestrial envoys bring messages and comment on events. The paintings lead us into sanguine, whimsical, imaginative worlds.

At first sight, the paintings by Eric Cruikschank (born in 1975 in Inverness, Scotland) have very little to do with Franziska Fennert. It would be difficult to find a term that would apply to both of them. Expressive and figurative painting here, calm and monochrome works there, painterly verve on the one hand, great painterly diligence on the other. They both share aninterest in narrative, as well as in the link between the real and the mythological. Eric Cruikshank, however, speaks of the past, his paintings capture memories. Born and raised in the Scottish highlands, he encounters Celtic myths and the world of Scottish legends wherever he goes. He sees that a mysterious world is hidden even in a simple geometrical sign, and as a child he felt the presence of the past when he looked from his parent’s farm out into the highlands. His paintings capture all this. Everything we see has a history that leaves visible trances as well as traces that can only be sensed. In his works, something is hidden behind the surface, a pencil drawing behind a transparent foil imposed on it; in the paintings, the monochromatic paint becomes transparent towards the centre and reveals a hidden sign, a circle, a isosceles cross, a square…

Jus Juchtmans (born in 1952 in Mortsel, Belgium) is the oldest, and his work has quite different aims that that of the two younger artists. There is a superficial connection to Eric Cruikshank as paintings are also in abroad sense monochromatic. But there is no narrative, and the paintings have nothing to do with mythology, they don’t want a secret, story, or history, they want to be completely cognizable here and now. Many layers of high-gloss transparent paint create a space of colour on the flat canvas.  At the edges, they run down and dry in thick drops. The composition of the paints can be read here, at the edges. In spite of his efforts to be banal and not in any way sacral, a magical space emerges beyond paints, colour and layers. The glossy surface, intended to prevent the beholder from going into the depth of the painting, leads to him seeing himself in the painting. He is reflected in it and thus forced to give up his beholding distance. Not critical or lost in thought: he now participates actively.