LUDWIG SPAUDE

Im Zeitalter des Anthropozäns trägt Landschaft die Geschichte menschlichen Handelns bereits in sich. Sie ist in der Wahrnehmung der Natur enthalten, die nicht mehr als eine unabhängige Gegebenheit romantisiert werden kann. 

Ludwig Spaudes Trilogie hat zum Ziel das stete Ineinanderfliessen von reiner und menschengemachter Natur zu.verdeutlichen. Um dies zu erreichen, legt er zuerst immer gleiche Voraussetzungen für das Foto fest.

1. Er fotografiert ausschliesslich schwarz-weiß. 

2. Er verwendet eine immer gleiche für Landschaftsfotografie ungewöhnliche Porträtbrennweite.

3. Er verzichtet auf eindeutige Hinweise zu Zeit und Ort und auf menschliche Präsenz. 

Die Trilogie beginnt mit den Nebelwäldern, die er in 5 Ländern auf 4 Kontinenten aufsucht. Es sind seine Kindheitsträume, die ihn zu den Reisen und den Fotos drängen Er findet genau die Bilder, die er als Kind träumte. „Unter dem gleichen Himmel“ wird alles vereint.

Der zweite Teil mit dem Arbeitstitel „Verändert“ umfasst Fotos von Waldbränden in Brasilien, Kolumbien, Indonesien und dem Kongobecken. Es wird der fast unmerkliche Übergang zur vom Menschen gemachten Landschaft nachvollziehbar. Der romantische Nebel unterscheidet sich kaum vom ätzenden, zerstörenden Rauch, vor dem Menschen und Tiere fliehen.  Die Feuer sind nur teilweise von selbst entstanden, häufiger gehen sie auf menschliches Handeln zurück.

In „Danach“, ebenfalls noch ein Arbeitstitel, dem letzten Teil der Trilogie, zeigen die Fotos Orte, an denen es keine Vegetation gibt, die von Trockenheit oder Feuer zerstört sind, wo der Wald zur Fläche geworden und der Horizont sichtbar ist. Es sind Dokumente der Gegenwart verwoben mit den Gedanken und Vorstellungen des Fotografen.

In the Anthropocene era, the landscape already embodies the history of human action. It is embedded in our perception of nature, which can no longer be romanticized as an independent reality.

Ludwig Spaude’s trilogy aims to illustrate the constant interplay between pure and man-made nature. To achieve this, he first establishes consistent parameters for each photograph.

1. He photographs exclusively in black and white.

2. He consistently uses a portrait focal length—unusual for landscape photography.

3. He avoids any clear references to time and place, as well as human presence.

The trilogy begins with the cloud forests, which he visits in five countries across four continents. It is his childhood dreams that drive him to undertake these journeys and take these photographs. He finds exactly the images he dreamed of as a child. “Under the Same Sky” brings everything together.

The second part, with the working title “Altered,” features photographs of forest fires in Brazil, Colombia, Indonesia, and the Congo Basin. It illustrates the almost imperceptible transition to a man-made landscape. The romantic mist is barely distinguishable from the acrid, destructive smoke from which people and animals flee.  Only some of the fires started spontaneously; more often, they are the result of human activity.

In “Danach”—also a working title—the final part of the trilogy, the photographs depict places devoid of vegetation, places destroyed by drought or fire, where the forest has given way to open land and the horizon is visible. They are documents of the present interwoven with the photographer’s thoughts and ideas.

Unter dem gleichen Himmel

Danach

Verändert