Übern Wald
Es gibt zwei Sehnsuchtsorte, an denen Menschen Ruhe und Entspannung erhoffen, wo sie wieder zu sich kommen und ihnen Flügel wachsen. Es ist das Meer und der Wald.
Der Fotograf Peter Bialobrzeski und die Malerin Miwa Ogasawara leben beide in Hamburg und sind im steten, lebendigen Austausch. Die Galerie zeigte 2022 ihre Arbeiten zum Meer mit dem Titel „Übers Meer“, in diesem Jahr folgt „Übern Wald“. Die Zusammenarbeit zwischen dem Fotografen und der Malerin erweist sich als sehr fruchtbar und tiefgreifend, erlaubt sie es doch, verschiedene Gesichtspunkte einzunehmen und aufzuzeigen. Denn es gibt in der Regel viele Blickwinkel und in diesem Fall ergänzen sie sich vortrefflich.
Der Fotograf dokumentiert und nimmt uns die Illusion, im Wald sei die Welt noch in Odnung. Realität und Vorstellung liegen heute manchmal weit auseinander. Ein auf den ersten Blick intakter Wald, erscheint uns zunächst als romantisch, irritierend allerdings sind immer wieder vergraute Stämme, oder anderes Totholz. Die Arbeiten erinnern daran, dass Romantik ein ästhetisches und historisches Konzept ist. Aber sie trösten auch, denn der Blick in den Wald ist noch immer schön und wohltuend.
Miwa Ogasawara unternimmt gar nicht den Versuch, den Wald als Realität zu betrachten. Bei ihr ist er reine Vorstellung, ein Sinnbild für den ewigen Kreislauf von Wachstum und Verfall, der wiederum die Grundlage bildet für Wandel und Erneuerung. Die vertikalen Bäume stehen für Widerstandskraft, die zarte, reduzierte Farbpalette gibt die Stille und Tiefe des Wald wieder. Die kleinen Malerein auf Schlagmetallblättern fangen die wunderbaren Lichtspiele im Wald kongenial ein. Ihre Bilder machen den Wald sinnlich erlebbar und sprechen zu unserer Seele.
There are two places where people long to be, where they hope for relaxation and peace, where they can recover and where they can grow wings: the sea and the forest.
The photographer Peter Bialobrzeski and the painter Miwa Ogasawara both live in Hamburg and constantly exchange ideas with one another. In 2022, the gallery showed their work on the sea with the Title Übers Meer, followed this year by Übern Wald. The cooperation between the photographer and the painter proves to be highly fruitful and indeed profound, because it enables them to take up and show different aspects of a subject. After all, there are usually numerous perspectives, and in this case they complement one another marvellously.
The photographer documents the forest, disabusing us of the illusion that the world is still okay there. Idea and reality are today often far apart. A forest which at first sight seems intact may initially appear romantic, but this is disrupted by greying stems and other dead wood. The works remind us that Romanticism is an aesthetic and historical concept. But they also provide comfort, because a view into the forest is still beautiful and soothing.
Miwa Ogasawara refuses even to attempt to view the forest as reality. For her, it is pure idea, an emblem for the eternal cycle of growth and decay, which in turn is the foundation for change and renewal. The vertical trees stand for resilience, and the delicate, reduced colour palette renders the quiet and depth of the forest. The small paintings on metal leaf capture the wonderful play of light in the forest beautifully. Her paintings allow us to experience the forest sensually, and they speak to our soul.
Peter Bialobrzeski wurde 1961 in Wolfsburg geboren, er lebt und arbeitet in Hamburg und in der Welt. Nach einem Studium der Politikwissenschaften und Soziologie studierte er Fotografie an der Folkwang Schule in Essen sowie am London College of Painting. Von 2002–2021 war er Professor für Fotografie an der Hochschule der Künste Bremen. 2003 und 2010 erhielt er den World Press Photo Award, 2012 den Erich Salomon Award des DGPh, Köln. Seine Arbeiten befinden sich in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen, im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, der Sammlung FC Gundlach Hamburg, dem Ruhrmuseum Essen, Fotoforum Köln, Museo di Fotografia Contemporanea Mailand, der DZ Bank Frankfurt/M, Hessischen Landesbank Frankfurt/M, Quandt Holding Frankfurt/M, ING Bank Niederlande, der Deutsche Börse Group Frankfurt/M, dem Museo Vaticano Rom und der Uni Credit Art Collection München.
Peter Bialobrzeski was born in Wolfsburg in 1961; he lives and works in Hamburg and the world. After getting a degree in politics and sociology, he studied photography at the Folkwang Schule in Essen and at the London College of Printing. He is professor of photography at Hochschule der Künste Bremen. In 2003 and 2010, he received the World Press Photo Award, and in 2012 the Erich Salomon Award of the DGPh in Cologne. His work can be found in numerous private and public collections, including Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, FC Gundlach Collection, Hamburg, Ruhrmuseum Essen, Fotoforum Köln, Museo di Fotografia Contemporanea Milano, DZ Bank Frankfurt/M, Hessische Landesbank Frankfurt/M, Quandt Holding Frankfurt/M, ING Bank Netherlands, Deutsche Börse Group Frankfurt/M, Museo Vaticano in Rome and Uni Credit Art Collection in Munich.
Miwa Osagawara wurde 1973 in Japan geboren; sie lebt und arbeitet in Hamburg. Nach dem Abschluss des Design Studium an der Universität für angewandte Kunst Hamburg, studierte sie Malerei an der Hochschule der Bildenden Künste Hamburg und schloss das Studium mit dem Diplom ab. 2006 erhielt sie das DAAD-Stipendium, 2008 das Stipendium des Else-Heiliger-Fonds der Konrad-Adenauer-Stiftung neben 4 weiteren Stipendien. Ihre Arbeiten befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen, darunter sind das Centre Pompidou Paris, die Sammlung Zeitgenössische Kunst der Bundesrepublik Deutschland, Junge Kunst im Bundesministerium für Umwelt Bonn, die Jil Sander Collection Hamburg, die Burger Collection Zürich/Hongkong, die Guttmann Collection, New York, die 1221 Gendaikaiga-Contemporary Painting Collection, Tokyo, das Arario Museum, Seoul, Yu-Hsiu Museum of Art, Taiwan.
Miwa Osagawara was born in Japan in 1973; she lives and works in Hamburg. After getting a degree in design, she studied painting at the Hochschule für Bildende Künste in Hamburg and finished her studies with a diploma. In 2006 she received the DAAD Grant and in 2008 the grant of the Else-Heiliger-Fonds of the Konrad-Adenauer-Stiftung among others. Her work can be found in numerous private and public collections, including Centre Pompidou Paris, Sammlung Zeitgenössische Kunst Der Bundesrepublik Deutschland, Junge Kunst im Bundesministerium für Umwelt Bonn, Jil Sander Collection Hamburg, Burger Collection Zürich/Hongkong, Guttmann Collection, New York, 1221 Gendaikaiga-Contemporary Painting Collection, Tokyo, Arario Museum, Seoul, Yu-Hsiu Museum of Art, Taiwan.